06 Puerto San Julian, Rio Gallegos, Rio Grande, Tolhuin, Ushuaia, Punta Arenas, Puerto Natales, Nationalpark Torres del Paine
​18. Januar - 5. Februar 2018, KM 3'353

Über Puerto San Julian fahren wir weiter nach Piedra Buena auf der Ruta 3. Zu sehen gibt es, ausser endlosen Strauch- und Polstergrassteppen, vielen Guanakos und einigen Nandus nichts. Dafür bekommen wir die berüchtigten Patagonischen Winde zu spüren. Ich bin froh habe ich einen guten Chauffeur 😊. In Piedra Buena will Peter einmal an einer grossen Tankstelle übernachten. Diese riesigen Brummis gefallen ihm eben schon sehr gut. Er fotografiert eifrig. Doch da es keine geteerten Plätze sind, sondern nur Kies, wird die Nacht dann auch dementsprechend laut, und wir sind am Morgen doch ziemlich müde. Zwei Tage später überqueren wir das erste Mal die Grenze nach Chile. Da kurz vor uns zwei Reisecars ankommen dauert das Ganze einige Zeit, doch die haben wir ja. Und der nette Zöllner meint es gut mit uns, er findet eine Banane und einen Apfel und meint: wir sollen doch beides essen und ihm dann die Abfälle abgeben. Gute Idee, machen wir. Nach weiteren 50 Kilometer kommen wir zur Fähre, da haben wir mehr Glück, es legt gerade eine an und schon sind wir drauf. Und wieder begleiten uns viele Commerson-Delfine. Zwei Stunden später stehen wir wieder an der argentinischen Grenze. Auch da ist die Warteschlange lang, es ist eben noch Ferienzeit und zudem noch Freitag. Mittlerweile ist es Abend geworden und wir suchen uns in Rio Grande einen Schlafplatz. Der nächste Stopp ist Tolhuin, wir übernachten auf einem Campinplatz der besonderen Art. Da ist ein kleiner oder grosser Künstler am Werk, der Platzwart sammelt alles und bastelt daraus irgend etwas. Es gibt einen grossen Spielplatz alles aus Recycling-Material, wo sich auch die grossen Kinder austoben können. Und auf dem ganzen Platz stehen irgendwelche Skulpturen rum. Fantastisch, und alles an bester Lage, direkt am See.



Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt, begrüsst uns mit Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Wir steuern direkt den Hafen an. Bischu wird parkiert und wir erkunden die Stadt zu Fuss. Doch wie überall wo es viele Touristen gibt, wimmelt es von Souvenir-Shops. Immerhin finden wir ein gutes Restaurant zum Abendessen. Am andern Morgen schnüren wir wieder einmal die Wanderschuhe und packen den Rucksack. Wir fahren bis zur Seilbahnstation und wandern zum Glaciar Martial. Landschaftlich könnte es auch in den Schweizer Bergen sein, doch es hat sich trotzdem gelohnt. Beim anschliessenden Kaffee lernen wir ein sehr sympatisches Luzernerpaar kennen und wir plaudern ca. zwei Stunden zusammen. Überhaupt sind viele Schweizer unterwegs, jeden Tag treffen wir welche. Ein muss ist auch der Parque Nacional Tierra del Fuego, da endet die berühmte Ruta 3. Wir halten uns zwei Tage im Park auf, wandern und besuchen die südlichste Post der Welt. Für wenig Geld lassen wir uns einen speziellen Stempel in den Pass drücken. Zufällig steht auch der Tren del Fin del Mundo an der Haltestelle, da knipsen wir auch noch einige Fotos. Da es nicht klappt mit einem Lastminute Angebot in die Antarktis, verabschieden wir uns nach fünf Tagen definitiv von Ushuaia.



Um nach Punta Arenas zu gelangen müssen wir ein Stück denselben Weg zurückfahren. Unterwegs besuchen wir die einzige Königspinguin-Kolonie in Patagonien. Vor ca. 10 Jahren kamen die ersten über die Magellanstrasse hier an. Und seither vermehren sie sich, und sind heimisch geworden. In der Antarktis müssen sie bis 700 Kilometer zurücklegen um Futter zu finden, hier sind es nur gerade 100 Kilometer.
In Punta Arenas fahren wir durch und dann nochmals einige Kilometer bis zum Ende der Strasse, wo wir übernachten. Am Morgen wollen wir zum Leuchtturm wandern, ca. 4 Stunden hin und zurück. Doch für einmal meint es Petrus nicht so gut mit uns, es regnet. Wieder zurück in der Stadt, natürlich scheint jetzt die Sonne, besuchen wir den speziellen Friedhof mit den grossen Familiengräbern. Auffällig sind die grossen, zurechtgestutzten Zypressen. Jetzt ist es Zeit für Kaffee und Kuchen. Im erstbesten Kaffee kehren wir ein und was uns als erstes auffällt ist die Schweizer Flagge und die vielen verschiedenen Schokoladen. Erst später bemerken wir dass alles angeschrieben ist mit: Chocolate Baeriswyl. Da waren sicher Schweizer am Werk, vor vielen Jahren.


In Puerto Natales, wo wir 2mal übernachten, decken wir uns für die nächsten Tage mit Lebensmitteln und genügend Bargeld ein, und fahren dann zum Nationalpark Torres del Paine. Dort verbringen wir 5 Tage mit wandern, bei mehrheitlich schönem Wetter und angenehmen Temperaturen.




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