18 Hasta la Pasta, San Cosme y Damián, Hohenau, Posadas, Corrientes, Terma de Rio Hondo
9. - 28. Oktober 2018, KM 1'957

Gesund und munter melden wir uns zurück aus unserem Heimaturlaub, den wir sehr genossen haben. Wieder einmal mit unserer Familie, Freunden und Bekannten zu plaudern, etwas gemeinsam zu unternehmen, war einfach nur schön, danke euch allen.
Wir verbringen noch einige Tage im Hasta la Pasta bei Marion und René, baden im Pool, grillieren am Lagerfeuer, backen wieder einmal Brot und entdecken neue Früchte: Baumstammkirschen oder Jabuticaba. Sie sehen aus wie unsere Kirschen und der Geschmack ist etwas zwischen Johannisbeere und Kirsche. Das Fruchtfleisch ist saftig, fast durchsichtig, süss und weich. Sie haben zwei bis drei essbare Kerne, nur die Haut ist etwas zäh. Marion kocht Gelée aus diesen Kirschen, der wunderbar schmeckt.
Wir verabschieden uns von unseren freundlichen Gastgebern und begeben uns auf die Ruta Jesuitica, (Jesuitenstrasse) in den Süden von Paraguay. In San Cosme y Damián besichtigen wir das Planetarium. Früher war die Stadt das bedeutendste und auch das erste astronomische Zentrum Südamerikas. Auch eine steinerne Sonnenuhr ist gut erhalten. Die Stadt ist Teil einer Jesuitenreduktion, was übrigens Niederlassung heisst, und wurde 1632 gegründet. Die Jesuiten lebten vor allem nach den Prinzipien Armut, Ehelosigkeit sowie Gehorsam gegenüber dem Papst. Ihre weltweite Bedeutung erlangten sie jedoch hauptsächlich durch ihre praktische Arbeit, insbesondere im Bereich der Bildung. In Trinidad und Jesus besuchen wir weitere gut erhaltene Ruinen der Jesuiten.


Weiter geht es nach Bella Vista. Hier besuchen wir die über 60 Jahre alte, und grösste Mate Fabrik Paraguays. Mate ist ein ziemlich bitterer Tee. Er wird aus den Blättern des Matestrauches hergestellt und wird in Paraguay und den Nachbarländern von klein bis gross in rauhen Mengen getrunken. Es gibt ihn mittlerweile auch als Teebeutel und sogar als Instanttee zu kaufen. Wir kommen in den Genuss einer Privatführung und erst noch auf Deutsch. Uns erstaunt wieviel Handarbeit da noch geleistet wird. Und noch etwas erstaunt: wie bei einem guten Wein kommt es auf die lange Lagerung der getrockneten und zerkleinerten Blättern an. In Hallen werden sie zwei Jahre gelagert bevor sie abgepackt und versandt werden. Uns schmeckt der Mate aber trotzdem nicht, wir bevorzugen gut gelagerten Wein😘.
Wir verabschieden uns von Paraguay und nehmen die Fähre über den Rio Uruguay nach Argentinien. Auf beiden Seiten schnelle und freundliche Zollabfertigung, wir dürfen alles behalten und bedanken uns mit Lindorkugeln. Die Zöllner strahlen und geben uns noch Restauranttipps mit auf den Weg.
Unser neuer Grill hat ja schon nach dem zweiten Gebrauch den Geist aufgegeben. Seither suchen wir immer wieder das kleine Ersatzteil, ohne Erfolg. In Hohenau, Paraguay, bekommen wir wieder einmal eine Adresse von einem "Grillheini" im 70 Kilometer entfernten Posadas. Da das sowieso auf unserer Strecke liegt, schauen wir beim Hugo vorbei. Was in den 8 Wochen Ferien zuhause nicht möglich war, schafft Hugo in einer halben Stunde. Er sucht annähernd passende Schrauben und Muttern heraus, verschwindet in der Werkstatt, sägt, schleift und drechselt bis alles passt. Vor seinem kleinen Laden müssen wir zuerst einen Testversuch machen, bevor wir bezahlen dürfen: 5.40 Franken, unglaublich. Jupiiii, es funktioniert😊.



In San Miguel treffen wir Iolanda und Kurt, die wir von Paraguay kennen. Unser Ziel ist das Feuchtgebiet Esteros del Iberá. Zusammen fahren wir zum Camp San Nicolas, ca. 28 Kilometer Sandpiste, aber gut zu fahren. Der unter Naturschutz stehende Park ist ein riesiges Sumpfgebiet von 13000 km². Das Gebiet ist eine Mischung aus Sumpf, Moor, Seen und Lagunen. Traumhaft, hätte es nicht tausende von verschiedenen, stechenden Biestern. Nicht einmal der extra starke Mückenspray hält diese Viecher davon ab, sich von uns zu ernähren! Trotzdem wagen wir eine Böötlitour mit einem etwas kurligen, kaum zu verstehenden, einheimischen Führer. Gemütlich bewegen wir uns in den seichten Gewässern vorwärts, zu sehen gibt es Kaimane, Wasserschweine und viele Vogelarten. Das Tolle an dieser Tour: es gibt keine anderen Touristen, nur wir und das plätschern vom Stachel des Bootsführers. Einmalig dieser morgendliche Ausflug, und? Richtig, keine stechenden Biester. Wieder zurück gibt es erstmal einen Kaffee, und? Richtig, die Mückeninvasion fährt auch wieder auf😫. Es ist zum…..! Nach zwei Tagen sehen wir aus als hätten wir Masern oder Röteln, und jetzt reichts definitiv. Wir verlassen diesen wirklich idyllischen, ruhigen Ort und kehren in die Zivilisation zurück.
Über Corrientes fahren wir weiter Richtung Westen. Unterwegs machen wir einen Abstecher zum Campo del Cielo, Himmelsfeld. Es trägt seinen Namen nicht von Ungefähr, auf einer Riesenfläche findet man hier mindestens 26 Einschlagskrater von Eisenmeteoriten, der grösste Krater hat einen Durchmesser von ca. 27 Metern. Überreste eines vor 4000 bis 5000 Jahren in die Atmosphäre eingedrungenen Himmelskörpers. Insgesamt hat man bereits etwa 100 Tonnen Meteoritenmaterial aus dem Feld geborgen. Und noch etwas sehen wir hier: Hunderte von Riesenheuschrecken….
Nächster Zwischenhalt sind die Termas de Rio Hondo, ein toller Campingplatz mit neun verschieden Warmwasserbecken, ideal bei diesem, im Moment ziemlich kühlen und regnerischem Wetter. Auch das Internet funktioniert hier wieder einmal gut😜.