13 Coquimbo, Huasco, Caldera, Taltal, Antofagasta, Calama, San Pedro de Atacama
20. Mai - 5. Juni 2018, KM 1'697

​​​​​​​Bis Huasco am Pazifik, sind die Strassen mehrheitlich gut, bis auf einige wenige Kilometer, die wir hätten meiden können. Selber schuld! Die Schotterpiste, die wir antreffen ist zum Teil wirklich von der üblen Sorte, eher einem Bachbett gleichend als einer Strasse. Doch von der Landschaft her einmalig und durch das langsame Geholper sehen wir mehr, wenigstens ich.
Der schöne Leuchtturm in Huasco ist natürlich ein Muss für uns. Für ein Trinkgeld dürfen wir die Treppen hinauf klettern um die Aussicht zu geniessen.
Anderntags treffen wir schon in der ersten Kurve auf den St. Galler Konvoi, das Postauto ist ja nicht zu übersehen. Wir stoppen am Strassenrand und die Wiedersehensfreude ist gross. Da wir die gleichen Ziele ansteuern reisen wir wieder 4 Tage zusammen, verbringen 2 gemütliche Abende miteinander, besichtigen das kleine Hafenstädtchen Caldera und den Parque Pan de Azucar. Der grosse Park schützt seit einigen Jahren die Küstenwüste. Die beeindruckenden langen, weissen Sandstrände, geschützten Buchten und steilen Sandklippen bieten einer grossartigen Tierwelt Zuflucht. Wir laufen zu einem Aussichtspunt, ca. 2,5 Kilometer, um von dort über die Wüste, die Küste, die Sandstrände und das blaue Meer zu sehen. Schade ist nur: die Sonne will nicht so recht wie wir das gerne hätten. 😉




Wieder alleine, begeben wir uns auf den Weg nach Antofagasta. Anfangs sieht man noch Vegetation die aber immer spärlicher wird und irgendwann ganz aufhört. Wir durchqueren die Sierra Vicuna Mackenna, eine hügelige, kahle Landschaft.
Fast nirgendwo ist der Himmel so klar wie über Chiles Wüste. Das Observatorium Paranal ist eines der modernsten astronomischen Anlagen der Welt. Da können wir nicht einfach dran vorbeifahren, doch wir haben Pech, wir sind am falschen Tag hier, es ist geschlossen für Besucher. Der nächste Stopp gilt der Skulptur Mano del Desierto, Wüstenhand.



Wie verbringen zwei Tage in der alten Hafenstadt Antofagasta. Noch heute passieren die mit Kupfer beladenen Züge aus der Chuquicamata-Mine den alten Bahnhof auf dem Weg zum Hafen. Südlich des Stadtzentrums stehen die steinernen Überreste einer Silberraffinerie aus den Jahren 1888 bis 1892. Der 43 Meter hohe Felsbogen im Meer, La Portada, ist so etwas wie das Wahrzeichen der Stadt. Dann wäre da noch der kleine Fischerhafen, die speziell bemalten Häuser, der alte Uhrturm, das Museum im alten Zollgebäude und vieles mehr, also kurz: uns gefällt es hier sehr gut. Denn es gibt auch tolle Einkaufszentren und wir können wieder einmal ausgiebig "lädele"😊. Einziger Wermutstropfen ist die eine Nacht auf dem sonst so ruhigen Platz beim Felsbogen. Kurz nach Mitternacht werden wir buchstäblich aus dem Schlaf gerissen, kommen doch einige grosse Motorräder sowie ein Auto herangebraust. Die Autotüren und der Kofferraum werden aufgerissen und laute Musik "berieselt" uns, dazu wird lautstark diskutiert, gelacht und gejohlt. Zwei Stunden später ist der Spuk so schnell vorbei wie er begonnen hat, und uns bleiben noch einige Stunden Schlaf.



Unser nächstes Ziel ist San Pedro de Atacama. Doch auf dem Weg dorthin gibt es einiges zu besichtigen. Zuerst besuchen wir die im Jahre 1938 stillgelegte Salpetermine Chacabuco. Eine selbstversorgende Stadt mitten in der Wüste mit allem Drum und Dran. In ihrer Blütezeit lebten bis zu 5000 Leute hier. Heute ist es eine zerfallene Geisterstadt, aber trotzdem sehr eindrücklich.
Wir steuern unser nächstes Ziel an. Chuquicamata ist die grösste Tagbaumine der Welt und kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Die gigantische Kupfermine ist fünf Kilometer lang, drei Kilometer breit und 1000 Meter tief. Die zweistündige Bustour führt an Brech- und Schmelzanlagen vorbei bis zu einem Aussichtspunkt. Hier sieht man bis auf den Grund der Mine und hinter uns fahren die riesigen 394-Tonnen Muldenkipper vorbei, die pausenlos das fast reine Kupfererz an den terrassierten Wänden der Grube nach oben schaffen.




Über Chiu Chiu fahren wir zum Oasendorf Caspana. Es liegt auf 3300m über Meer und bietet sich zum Übernachten und anklimatisieren an. Das Dörfchen liegt in einer steilen Schlucht an einem kleinen Fluss. Die Leute hier leben von der Landwirtschaft.
Weil die Geysire von El Tatio bei Tagesanbruch am aktivsten sind, was wir von uns nicht behaupten können, müssen wir um 04.00 Uhr aus den Federn. Punkt 06.00 Uhr stehen wir auf 4300m Höhe beim Parkeingang, bezahlen den Eintritt und nach zwei weiteren Kilometern kommen wir vor dem Geysirfeld an. Über dem ganzen Gebiet blubbert, ächzt und dampft es aus den Löchern. Rund 40 Geysire und 70 Fumarolen dampfen und schleudern bis zu zehn Meter hohe, weisse Dampfsäulen in die dünne Bergluft. Das geothermische Becken befindet sich zwischen rostfarbenen Bergen und spitzen Vulkanen. Trotz minus zehn Grad halten wir uns gute drei Stunden hier auf und bewundern dieses Naturschauspiel. Mit der Höhe haben wir beide keine Probleme, auch unser Bischu haltet sich gut. Von hier aus geht es nur noch bergab Richtung San Pedro de Atacama. 2000 Meter tiefer erreichen wir mittlerweile ziemlich müde, unser Ziel.