28 Tage Arequipa

Als erstes klären wir ab was unserem Bischu fehlt. Für uns steht fest, entweder ist die Bordbatterie futsch oder das Ladegerät. Es funktioniert nichts mehr was Strom benötigt, also kein Licht, kein Kühlschrank, keine Wasserpumpe. Einzig über die Solarzellen lädt die Batterie auf, aber auch nur ab und zu, oder wenn es ihr gerade mal passt. Und auch am Armaturenbrett leuchtet wieder ein Lämpli. Also fahren wir zuerst in die Mercedes-Garage, doch unterwegs erlischt das Lämpli wieder. Auch gut. Wir sind einige Stunden dort, mehrheitlich am warten und bekommen dann für den nächsten Tag, morgens um 08.30 Uhr einen Termin. Peter fährt alleine hin. Im Laufe des Nachmittags kommt er mit der Mitteilung, die Batterie ist kaputt, zurück. Das glauben wir aber nicht so recht, also fahren wir noch zu weiteren Garagen. Schon der nächste meint: nein, nein, die Batterie ist völlig in Ordnung😲. Was jetzt? Alle schicken uns zu einem anderen, die Adresse wird immer mitgeliefert. Wir klappern alle ab, sind mittlerweile schon ziemlich genervt, da es nicht immer ganz einfach ist, die meist kleinen, versteckten ”Chlütteribuden” zu finden. Mit der Zeit zeichnet sich jedoch ab, dass es das Ladegerät sein muss. Nur: so ein Hightech Gerät existiert in Südamerika nicht. Mit Hilfe unserer Schweizer Garage führen wir noch einige Tests durch um sicher zu sein, dass wir alles in unserer Macht stehende, versucht haben. Ja, und wieder einmal warten wir auf ein Ersatzteil, diesmal kommt es aus Deutschland. Wir rechnen mit ca. zwei Wochen.
Nun gut, jetzt haben wir endlich Zeit die Stadt zu erkunden. Vom Hotel haben wir auch genug, das Frühstück ist na ja…, immer auswärts essen verleidet auch. Also dislozieren wir auf den einzigen Campingplatz den es in Arequipa gibt. Er befindet sich an guter Lage, es gibt saubere Toiletten und Duschen mit warmem Wasser. Mit einem kleinen Batterie-Aufladegerät überbrücken wir unser Problem, funktioniert recht gut.
In 10 Minuten sind wir zu Fuss mitten in der Stadt, wo es wie überall viele Souvenirshops, aber auch hübsche Kaffees und gute Restaurants gibt. Wir besuchen interessante Museen, unter anderem das Monasterio de Santa Catalina. Das an eine kleine Ortschaft erinnernde Kloster, mitten in der Stadt nimmt einen ganzen Strassenzug ein und umfasst 100 Räume, drei Kreuzgänge, eine Kirche und eine Galerie mit hervorragenden Kolonialgemälden. Während seiner Blütezeit beherbergte es 450 Menschen: ein Drittel Nonnen, zwei Drittel Bedienstete. Die Strassennamen innerhalb der Klosteranlage wie Calle Granada, Calle Malaga oder Calle Toledo verdeutlichen die ehemalige Verbundenheit mit dem spanischen Mutterland. 
Wie überall fasziniert uns auch hier die riesige Markthalle. Hier findet man alles was das Herz begehrt: Hüte, Hühner- und Rinderbeine, Hundekleider, Kochgeschirr, Blumen, Stoffe, Gemüse, Garküchen, Friedhofkerzen, Fleisch mit Fliegen gespickt, Ziegenköpfe, ca. 50 verschiedene Kartoffelsorten, Brot, aber vor allem Früchte und Fruchtsaftbaren. Und die Säfte schmecken alle so lecker 😋. Frischer geht es jetzt wirklich nicht. Wenn wir alle Mischungen probieren wollen sind wir in einem Monat noch hier. Und wir entdecken immer neue Früchte, die wir nicht kennen und auch nicht wissen wie man die isst. Dann ist eben fragen angesagt. Sehr freundlich zeigt uns die Verkäuferin dann, wie die Frucht geschält oder geöffnet wird und wir dürfen auch gleich probieren. Alles schmeckt uns aber trotzdem nicht, oder ist Gewohnheitsbedürftig.
Ziemlich genau 14 Tage später kommt das Ersatzteil in Arequipa an und wird diesmal sogar bis ans Auto geliefert, kostenfrei 😯. Wir staunen und freuen uns. Mit dem gesparten Geld gönnen wir uns ein feines Nachtessen. Das aus- und einbauen schaffen wir alleine, na ja unser Nachbar, der Belgier Fred, unterstützt uns mit passenden Werkzeugen. Zwei Stunden später funktioniert alles wieder einwandfrei. Jetzt noch saubermachen,  die frisch gewaschene Wäsche abholen, Vorräte auffüllen und ab morgen sind wir endlich wieder ῎en Route῎.