12 Lago Colbun, Pichilemu, Quintay, Papudo, Combarbala, Vicuna, Coquimbo
8. Mai - 19. Mai 2018, KM 1'236


Nach einem letzten gemeinsamen Grillabend, bei noch angenehmen Temperaturen verabschieden wir uns von Silvia, Erich und Marcel. Sie warten immer noch auf ihre neue Windschutzscheibe und uns zieht es weiter Richtung Pazifik. Bei Mercedes-Benz in Talca decken wir uns noch mit Ersatzteilen ein, fahren dann bei dichtem Nebel durch eine bewaldete, hügelige Gegend an die Küste. An einer Lagune finden wir einen Übernachtungsplatz. Von der Umgebung sehen wir leider nichts, hoffen morgen auf besseres Wetter. Schon beim Aufwachen ist klar, das Wetter scheint gut zu sein. Tatsächlich, die Sonne scheint, wie sieht doch die Welt viel schöner aus. Der Küste entlang kurven wir nordwärts bis Pichilemu, dem chilenischen Surferparadies, das jedoch um diese Jahreszeit völlig ausgestorben ist. Wir teilen uns den Strand mit einigen Pferden, die vergebens auf reitfreudige Touristen warten. In einer Gartenwirtschaft gönnen wir uns einen Apéro. Das Bier und der Weisswein bekommen wir in Einmachgläsern serviert, speziell. Schmeckt irgendwie nicht gleich gut, oder ist es nur im Kopf so?




Wir bleiben auf der Ruta del Mar und nähern uns Valparaiso, der Stadt die wir gerne besichtigen möchten. Doch kaum angekommen stehen wir schon im Stau, viele Strassen sind gesperrt, überall Umleitungen, viel Polizei, von Parkplatz also keine Spur. Schnell wird uns klar: da findet irgendein Grossanlass statt. Wir flüchten, so schnell es  der Stau eben erlaubt, was doch eine gewisse Zeit braucht. Und wir kommen bestimmt nicht zurück. Wir "sausen" noch einige Kilometer der Küste entlang nordwärts bis wir in Papudo einen tollen Übernachtungsplatz finden, direkt am Meer. Im nahen Yachthafenrestaurant, denken wir, isst man sicher gut. Dem ist leider nicht so, das sogenannte Rindsfilet suchen wir zwischen vielem Fett, die Pommes sind OK, der Wein sehr gut und der Preis zu hoch. Dafür ist die Aussicht lohnenswert.
Während wir frühstücken beobachten wir die heimkehrenden, voll beladenen Fischerboote. Sie werden begleitet von vielen Möwen und einigen grossen Vögeln? Schnell sind wir mit der Kamera dabei. Mit Erstaunen erkennen wir: die grossen Vögel sind Pelikane.
 





In Los Vilos verlassen wir die Autobahn und schlängeln uns durch viele Kurven, einige Täler und kleinere Pässe, Combarbala entgegen. Die Vegetation in dieser Gegend besteht hauptsächlich aus tausenden Kakteen, einige wenige blühen in leuchtendem Rot.
Bis Vicuna sind es ca. 200 Kilometer und wieder durchqueren wir einige Täler, doch diese sind mehr bevölkert. Viele kleine Dörfer, mit engen Strassen reihen sich aneinander. Die Leute hier leben hauptsächlich vom Weinbau. Auch viele Obst-, vor allem Orangenplantagen gibt es hier, alles ist herrlich grün. In Ovalle, beim Tankstopp kaufen wir bei einem Strassenhändler frische Erdbeeren. Mais will er uns auch noch andrehen, doch das Wichtigste für ihn ist: sein alter Pickup beladen mit Mais, Erdbeeren und einem "Poschtiwägeli" gegen unser Bischu einzutauschen. Dankend lehnen wir ab, er grinst und meint: vielleicht können wir ihn ja adoptieren. Lachend und winkend verabschieden wir uns und freuen uns auf ein feines Erdbeeren-Dessert. Nach einigen geteerten Kilometern wird’s wieder einmal holprig, eng und vor allem staubig. Ach wie fehlt uns das doch😉. Wieder einmal mehr sind wir tief beindruckt von so viel Schönheit. Während zwei Stunden nur die gigantische Natur und mittendrin zwei kleine Zwerge.




Heute besuchen wir im Valle del Elqui eine Pisco Destillerie. Der Pisco ist ein fruchtiger, aromatischer Weinbrand, mit bis zu 50 Prozent Alkohol. Chiles Nationalgetränk wird hauptsächlich in diesem Tal angebaut. Er wird auch gerne als Pisco Sour mit Zitronensaft und Zucker zum Aperitif getrunken. Wir nehmen an einer Führung teil, doch eigentlich interessiert uns nur die Degustation, wie schmeckt Pisco? Der erste, vorsichtige, kleine Schluck wars dann schon. Wir kaufen nichts, doch die Piscogläser dürfen wir als Geschenk mitnehmen.




Zurück in Vicuna muss unser Bischu, ob es ihm gefällt oder nicht, zuerst unter die Dusche, die dicke Staubschicht muss weg. Dann noch einige Fotos und weiter geht es nach Coquimbo wieder am Pazifik. Hier finden wir einen tollen Campingplatz, direkt am Meer, mit eigenem Badezimmer, Luxus pur 😊. Zu Fuss machen wir uns auf den Weg in die Stadt, doch wie immer bleiben wir schon im Hafen hängen. Die Fischer verkaufen hier ihre gefangenen Fische und Muscheln. Die Abfälle schütten sie zurück ins Meer und hier warten nicht nur die Möven und Pelikane auf Futter, nein hier gibt es auch einige Seelöwen die sich um die Fischreste streiten.
Weil es uns hier so gut gefällt, beschliessen wir 3 oder 4 Tage zu bleiben. Das Internet funktioniert für einmal recht gut und wir haben ein nettes Franzosen-Ehepaar als Nachbarn, die uns mit vielen Tipps und Informationen füttern. Auch unsere leeren Gasflaschen können wir hier ohne Probleme auffüllen, und der grosse Einkaufsgigant Jumbo bietet alles was das Herz begehrt.